"Sparring" im Fechten? - Historische vs. moderne Bedeutung

Jan 4 / Paul Becker M.A. Hauptmann d.R.
Ich werde öfter gefragt, ob es im Fechten ein Äquivalent zum Begriff "sparring" gibt. Der Begriff ist in der Szene der Historischen Fechter sehr verbreitet und es gibt dazu unterschiedliche Definitionen, was Sparring ist und wie es im Fechten angewendet bzw. integriert wird.
In diesem Artikel möchte ich den Begriff mit Bezug zum Fechten einordnen. Dazu werde ich zuerst einen Blick auf die historische Verwendung des Begriffs werfen und diese mit entsprechenden zeitgenössischen Fechtbegriffen vergleichen. Anschließend wird dies mit den modernen gegenwärtigen Definitionen und Anwendungsgebieten verglichen, um im Kern die Fragen zu beantworten, inwiefern der Begriff Sparring ein historisches Äquivalent hat und ob der Begriff für unseren Fechtunterricht geeignet ist oder nicht bessere Alternativen vorhanden sind.

Historischer Kontext Herkunft und Bedeutung  von Sparring

Der englische Begriff sparring wird spätestens ab dem späten 18. Jahrhundert gebraucht. Er findet sich in zeitgenössischen deutschen und englischen Wörterbüchern, Reisebeschreibungen, Zeitungsartikeln und natürlich auch Fachbüchern zur Boxkunst. Es handelt sich aber um einen rein englischen Fachbegriff, der im Deutschen nicht gebraucht wird, sondern lediglich in Beschreibungen englischer Verhältnisse Anwendung findet.

Mit Blick auf zeitgenössische deutsch-englische Wörterbücher finden wir folgende Übersetzungen:


"Sparring. spär-ring, S. das Hauen des Hahnes mit seinen Sporen. Sparring-Blows, vorläufige Hiebe, die der Hahn auf seinen Gegner thut, ehe das rechte Gefecht angeht; figürlich bedeutet dies: Worte, die einem Hauptwortstreit voran gehen."[1]

"Boxschule (Sparring School): Selbstvertheidigung (Self-defending)."[2]

"Champion (spr. schangpion): Kämpfer, Verfechter: Kämpe (ein alter Ausdruck); in England ein Boxer (Faustkämpfer), der nie überwältigt ist."[3]

"Sparring, s. das Aushauen des Hahnes mit seinen Sporen; die Fechtübung; das Verriegeln; - fight, der scheinkampf, die Spiegelfechterei."[4]

"Sparring(spär-ring) ppr. d.B. Spar, q.v.: s., (Umgspr.) die Fechtübung, die Übung im Faustfechten, das Lustfechten; der Streit, der zank, der Hader; das Disputiren, das Zungengefecht (auch lingual -); -fight, -match. das Spiegelgefecht."[5]

"Sparring (spahr-ring) n. Uebung im Faustfechten f. Wortstreit m."[6]
Wie die Quellen zeigen, bezieht sich der englische Begriff "sparring"  demnach auf kämpferische Scheinhandlungen. Ende des 18. Jahrhundert wird dieser lediglich am Beispiel der drohenden Hiebe des Hahns beim Hahnenkampf sowie der Anwendung im Wortstreit gebraucht. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigt sich zunehmend, dass sparring sich in Wörterbüchern in der deutschen Übersetzung auch auf Fechten bezieht, wobei hier hinzuzufügen ist, dass Fechten in der zeitgenössischen deutschen Sprache synonym für unser heutiges Wort "Kämpfen" gebraucht wurde. Über die Übersetzung mit Scheinkampf und Spiegelfechten finden wir eine Bedeutung, die wir vom Mittelalter bis in die Gegenwart kennen. Es handelt sich um Synonyme für Schaukämpfe mit verminderter Treffintetion. Zusätzlich scheinen die Wörterbücher nahezulegen, dass sparring in der englischen Sprache vorzugsweise im Faustfechten gebraucht wird. Der Begriff Boxen wird demnach in einigen Wörterbüchern direkt mit Faustfechten übersetzt.  Es lohnt sich daher auch, in besagten Wörterbüchern nach dem Wort "boxing" zu recherchieren:

"Boxing, back-sing, S. das Schlagen mit Fäusten, Ohrfeigengeben."[7]

"boxen (engl.): mit der Faust kämpfen, balgen; eine in England jetzt mehr von Geringen, als von Vornehmen getriebene Kunst." [8]

"Boxing, boks-sing, s. das Boxen, der Faustkampf; [...]" [9]

"Boxing, s., der Faustkampf (-match) [...]" [10]

"Boxing, bok-sing, s. das Boxen, der Faustkampf." [11]

"Boxer (bok-ßer) n. Faustkämpfer m. [...]" [12]

Boxing/Boxen ist daher wiederum ein englischer Begriff, der mit Faustfechten oder Faustkampf übersetzt wird und erst im Verlauf des späteren 19. Jahrhunderts den deutschen Begriff ersetzt.

Am ehesten zeigt sich die zeitgenössische Bedeutung  von sparring in den Beschreibungen des Bremer Reiseschriftsteller Johann Georg Kohl, welcher 1844 in seiner Monografie "Land und Leute der britischen Inseln. Beiträge zur Charakteristik Englands" ein ganzes Kapitel dem Boxen widmet. Daraus lässt sich ein erster Schritt zur vergleichenden Sichtweise zwischen deutschen und englischen Begrifflichkeiten ableiten. Kohl beschreibt, dass im 18. Jahrhundert das Boxen populärer wurde, als das "Schwerterkämpfen" und das Boxen bei den Briten eine Art Nationalsport sein. Schließlich beschreibt er sehr genau, was zu seiner Zeit bei den Briten unter sparring verstanden wird. [13]

"In den größeren Städten giebt es sogenannte „sporting-houses," in welchen Räume für den Unterricht "in der noblen und männlichen Kunst des Boxens" eingerichtet sind. [...] Wie unsere Fechtsäle werden diese Box-Gymnasien von Schülern aller Stände frequentirt. Auch Box-Handschuhe und Kampf-Costüme werden gewöhnlich von diesen Schulen aus verhandelt. [...] In der Regel befindet sich in denselben auch ein Theater für die Schaugefechte der Boxer von Profession.
Diese Theater sind große Räume, mit Logen umher. In der Mitte ist ein hölzernes Gerüst errichtet, auf welchem sich die enge Arena für die Kämpfenden befindet. Ernstlich, das heißt, mit nackter Faust darf hier natürlich nicht gekämpft werden, die Boxer müssen sich da zu, wie wir später sehen werden, entlegenere Theile des Königreichs aussuchen. Die Faust ist dabei mit einem ledernen Handschuh bedeckt, und sie nennen diese Art des weniger gefährlichen Boxens „sparring," was unserem Rappiren ähnlich ist. Der Kampf kann dabei natürlich nicht entschieden werden, doch können die Zuschauer die Geschicklichkeit der Kämpfer aus der Art und Weise, wie sie ihre Schläge anbringen, beurtheilen, und es erscheinen dabei auf der Arena die ersten „modern fighters" und in den Logen Tausende von „patronizers of the P. R.," d. h. ,,Pugilistic Ring" (Beschüßer der Box-Arena).
In London giebt es fast täglich solche „sparringdemonstrations" oder „sparring-entertainments," die gewöhnlich ein „benefit" irgend eines berühmten Kampfers sind. Dergleichen Kampfer machen zuweilen auch „sparring-tours" durch das ganze Königreich und geben an verschiedenen Orten „sparring-lectures and benefits.
" [14]

Die Seiten aus welchen dieses Zitat stammt, stehen unter der Überschrift "Schaugefechte. Sparring. Modern fighters.".  Insgesamt zeigt sich also auch hier, dass unter Sparring verminderte Schaugefechte bekannter Profikämpfer verstanden wurden, welche vorzugsweise dazu dienten, Zuschauer anzulocken, Gewinn durch die Eintrittgelder verdienen und natürlich Werbung zu machen, um neue Mitglieder/Schüler zu gewinnen. 
Zusätzlich gibt uns Kohl mit  den deutschen Begriffen "Schaugefecht" und "Rappiren" auch deutsche Äquivalente an die Hand. Der selbsterklärende Begriff des Schaugefechts, muss hier sicherer nicht erläutert werden. Der Begriff des Rappirens oder Rappierens findet sich in deutschen und deutsch-englischen Wörterbüchern ebenfalls beschrieben. In Schäfers Hochdeutschem Wörterbuch von 1800  findet sich dazu folgende Beschreibung:

"Rappier, das, des-es, Pl. die-e, ein Degen ohne Scheide zur Uebung im Fechten; ein Uebungsdegen. (Zunächst aus dem Französischen)".[15]

"Rappieren, ein regelm. V. Recipr. sich rappieren, mit Rappieren fechten."[16]

Wenn Kohl also das Sparring mit dem Rappieren vergleicht, dann versucht er den Begriff aus dem englischen Faustfechten auf das  Fechten mit Handwaffen zu beziehen, da ihm ein deutsches sprachliches Äquivalent aus dem Faustfechten wohl fehlt.  Im Bereich der Universitäten und Burschenschaften findet sich zum Rappieren folgende Beschreibung:

"Rappieren heißt, mit Rappieren zur Uebung schlagen." [17]

Dies fügt sich die obigen Ausführungen ein, sodass es es sich um Schein-, Schau-, oder Übungsabläufe handelt, bei denen dem Partner/Gegner kein Schaden zugefügt wird, sondern die Angriffe mit sicherer Intensität ausgeführt werden.

Als zeitgenössische englische Übersetzung für das Rappieren findet sich schließlich:

"Rappier, [...] to fence (with foils)." [18]

"Rappier, n. (pl.-e) foil, rapier." [19]

Es zeigt sich hier die klare sprachliche Struktur, wonach im Englischen unterschiedliche Begriffe im Faustfechten (Boxing)
 und im Fechten mit Handwaffen (fencing) gebraucht werden, und im Deutschen für die waffenlose Vokabel aus Mangel eines Äquivalents im Faustfechten einfach der Begriff aus dem Fechten mit Handwaffen gebraucht wird.

Abschließen möchte ich diesen Teil des Artikels mit einer englischen Quelle, welche direkt aus dem Umfeld des Faustkampfes stammt. In "Boxiana; Or, sketches of modern pugilism" wird die Methode des sparring mehrfach erwähnt und beschrieben. P. Egan beschreibt hier, dass es bereits zu seiner Zeit Befürworter und Gegner der Methode gibt. Die Methode des Scheinkampfes wird dabei eben auch als Teil der boxerischen Ausbildung gesehen.

"SPARRING ist absolut notwendig, um einen kompletten Faustkämpfer zu formen. Es ist sicherlich ein Scheinkampf, aber gleichzeitig eine Darstellung und in den meisten Fällen eine exakte Darstellung des realen Kampfes. Es ist die einzige angemessene Einführung in den Boxsport und eine gerechte Art und Weise, die Prinzipien, die der Gelehrte sich angeeignet hat, zu verwirklichen oder den Erfolg eines neuen Plans, den er sich ausgedacht hat, zu testen. Auf diese Weise kann er auch die Angemessenheit der Lektionen seines Meisters beurteilen und sein logisches Denkvermögen trainieren, ein Vorteil, der ihm im Kampf oft vorenthalten wird. Einige sind der Meinung, dass SPARRING keinen großen Nutzen hat, und dass es die natürlichen Kräfte der Männlichkeit nimmt, während es nur Finesse lehrt, die sich nicht als schädlich für einen mutigen Gegner erweisen kann. Dies ist jedoch nur die Wiederaufnahme einer Meinung, die von den Schülern der alten Schule vertreten wurde, in der die Kraft im Allgemeinen über die Geschicklichkeit herrschte. Ist es nicht offensichtlich, dass Vorbereitung notwendig ist
Und was ist SPARRING anderes als eine Vorbereitung, die dem Boxen am ähnlichsten ist? Die Befürworter dieser Meinung könnten mit gleichem Recht behaupten, dass das Schießen auf eine Scheibe nichts zur Ausbildung eines erfahrenen Kanoniers beiträgt.
" (aus dem Englischen übersetzt) [20] 

Die Herkunft des Wortes sparring liegt also im Scheinkampf und wurde von englischen Faustkämpfern/Boxern/Pugilists des 19. Jahrhunderts gebraucht, um Boxvorführungen zu bezeichnen, in denen frei, also ohne Choreografie, aber ohne wirkliche Treffintention gekämpft wurde. Diese Methode wurde in England unter selbem Namen auch in der Ausbildung als Methode angewendet und sollte die Boxer langsam an den Kampf gewöhnen und das korrekte und kunstfertige Umsetzen von Techniken, Taktiken und Strategien fördern sowie Ausdauer trainieren. Sparring als Methode stand gemäß obiger Quelle sehr in der Kritik der Zeitgenossen.
Da es einem Deutschen Äquivalemnt fehlte, verglich man in deutschen Übersetzungen mit Rappieren, Scheingefecht, Fechtübungen, also grundlegend fechterischem Üben mit Übungswaffen.

Es gab ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert aber durchaus Äquivalente zu solchen Scheinkämpfen. Im Sinne von Vorführungen professioneller Kämpfer wurden sogenannte Fechtakademien abgehalten, bei denen ausgewählte Fechtgrößen Gefechte vor Publikum abhielten, bei welchen nicht das Punkteergebnis im Vordergrund stand, sondern ein kunstvolles Gefecht, bei dem beide Kontrahenten darauf zielten, dass "die künstlerische Feinheit der Aktionen im Assaut zweier gleichwertiger, schulgerechter Fechter zum Ausdruck" kommt. [21]
Fechtvorführung oder Fechtakademie im Palais de lÉlysée 1895

Beispiel zur modernen Bedeutung von Sparring

In Wikipedia findet sich folgende Erläuterung zum Begriff Sparring:

"Sparring ist eine Trainingsform, die in vielen Kampfsportarten, darunter auch Kickboxen, üblich ist . Obwohl die genaue Form variiert, handelt es sich im Wesentlichen um relativ „freie“ Kämpfe mit genügend Regeln, Gebräuchen oder Vereinbarungen, um Verletzungen zu minimieren" (https://de.wikipedia.org/wiki/Sparring) 

Hier weitere aktuelle Beispiele aus dem Kampfsport-Umfeld:
"Als Sparring bezeichnet man in der Boxerwelt einen Trainingskampf, 
- der in der Regel einfacher ist, 
- kleineres Verletzungsrisiko mit sich bringt 
- und selten ohne spezielle Kampfsport Schutzausrüstung durchgeführt wird. 

Der Gegner wird in solchen Trainingswettkämpfen als Sparringspartner bezeichnet. Sparringspartner werden nach ihrem fachlichen Niveau passend zueinander ausgewählt. Im Gegensatz zu einem regulären Wettkampf ist das Ergebnis bei Sparring Boxen nicht wichtig, denn das Hauptaugenmerk liegt bei Sparring auf der Beherrschung der Technik und Sammeln der Erfahrung. Boxen Sparring ist ein wichtiger Teil der Vorbereitung auf den bevorstehenden Wettkampf und sollte nicht unterschätzt werden.
"  (https://globalenergysports.de/blogs/kampfsport/sparring-boxen)

"Der Gegner wird in solchen Trainingswettkämpfen als Sparringspartner bezeichnet. Sparringspartner werden nach ihrem fachlichen Niveau passend zueinander ausgewählt. Im Gegensatz zu einem regulären Wettkampf ist das Ergebnis bei Sparring Boxen nicht wichtig, denn das Hauptaugenmerk liegt bei Sparring auf der Beherrschung der Technik und Sammeln der Erfahrung. Boxen Sparring ist ein wichtiger Teil der Vorbereitung auf den bevorstehenden Wettkampf und sollte nicht unterschätzt werden."  (https://globalenergysports.de/blogs/kampfsport/sparring-boxen)

"In the world of Mixed Martial Arts (MMA), sparring is an integral and dynamic component of combat sports training, serving as a bridge between technique practice and fight application. Sparring is a controlled environment where practitioners can test their skills, refine their techniques, and gain practical experience in a simulated combat scenario. Sparring plays a crucial role in developing a fighter’s instincts, adaptability, and strategic thinking, while also providing an avenue for physical conditioning and mental resilience." (https://evolve-mma.com/blog/mma-sparring-the-dos-and-donts/)

Sparring bezieht sich heute auf eine in den unbewaffneten Kampfsportarten etablierte Trainingsmethode, welche einen kontrollierten Kampf mit stark verminderter Stärke und Treffintention meint, in welchem das Ausprobieren von Techniken, Taktiken und Strategien  im Vordergrund steht und die Kämpfer stark Rücksicht aufeinander nehmen, um den Partner die Möglichkeit zu geben, sich zielführend auszuprobieren. Sparring hat sich demnach in den letzten 200 Jahren zu diversen Formen weiterentwickelt. 

In der Fechtkunst ist Sparring auch heute kein Fachbegriff. Der Fechtsport ist eine ununterbrochene Fortführung der Fechtkunst und hat seine eigenen Fachbegriffe in Didaktik und Methodik. Wenngleich heute nicht mehr das "Rappieren" im Wortschatz vorhanden ist, so gibt es auch im Fechtsport noch heute Übungsformen, bei denen nicht der Treffer im Vordergrund steht, sondern das Ausprobieren und Anwenden.  So gibt es "Schulgefechte" mit Aufgabenstellungen oder etwa das Lektionieren, bei welchem der Fechtmeister oder ein erfahrenen Fechter einen Gegner mimt, sodass der Schüler mit entsprechenden Aktionen auf den gemimten Gegner reagiert.   
Schulgefecht zwischen mir und einem meiner fortgeschrittenen Schüler.

Schluss

Abschließend auf den Wunsch nach Aufklärung kann ich also sagen, dass es einen Unterschied zwischen einem sprachlichen und praktischen Vergleich von Sparring gibt. Das Englische Wort Sparring hat in der Fechtkunst bis heute keine Bedeutung erlangt. Lediglich in einigen HEMA Gruppen und besonders im englischsprachigen und internationalen Raum der HEMA Community wird der Begriff Sparring gebraucht, wobei er jedoch keine einheitliche fachliche Bedeutung hat und unterschiedlich ausgelegt und angewendet wird.  

Im praktischen Bereich ist Sparring im historischen Sinne ein reguliertes Scheingefecht gewesen, was vorzugsweise im englischen Boxen dazu diente, mit sicheren aber kunstvollen Schaukämpfen die Boxkunst vor Publikum zu "verkaufen" und Interesse zu wecken. Im deutschsprachigen Raum wären wohl die sogenannten "Fechtakademien" das passendste Äquivalent, da dort ebenfalls ausgewählte Fechter und Fechtmeister in Gefechten vor Publikum gegeneinander antraten, mit dem Schwerpunkt ein anschauliches und kunstvolles Gefecht zu zeigen. 
Sparring hat sich dann im Boxen und ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts international in anderen vorzugsweise waffenlosen Kampfsportarten zunehmend zu einer Ausbildungs- oder Trainingsform entwickelt. 
Im Fechten ist es bis heute mit einem unter Einschränkungen und diversen Zielstellungen geleiteten Schulgefecht oder Freigefecht zu vergleichen. 

Ich selbst nutze fechterische Begriffe und nicht den Begriff Sparring. Sofern ihrr diesen also nutzen wollt, hilft euch mein Artikel hoffentlich dabei, den Begriff strukturiert in eure Kommunikation einzubauen. 

Endnoten

[1] Ebers, Johannes: Vollständiges Wörterbuch der Englischen Sprache für die Deutschen Bd. 2, Leipzig 1794, S.772.
[2] Vollbeding, Johann Christoph: Gemeinnützigen Wörterbuchs zur richtigen Verdeutschung und verständlichen Erklärung der in unserer Sprache vorkommenden fremden Ausdrücke, Leipzig 1828, S. 94.
[3] Derselbe, S. 125.
[4] Kaltschmidt, Jacob Heinrich: Neues vollständiges Wörterbuch der Englischen und der deutschen Sprache Bd. 1, Leipzig 1849, S. 609
[5] Lucas, Newton Ivory: Englisch-deutsches und deutsch-englisches Wörterbuch Bd.2,  London 1856, S. 1620.
[6] 0. Morwitz, (hier amerikanisches Englisch) 1883, S. 399.
[7] Ebers, Wörterbuch Bd. 2, S. 172.
[8] Vollbeding, Wörterbuch, S. 93.
[9] Kaltschmidt, Wörterbuch Bd. 1, S. 79.
[10] Lucas, Wörterbuch Bd. 2, S.225.
[11] Grieb, Christoph Friedrich : Dictionary of the English and German Languages: English and German Bd. 1, Stuttgart 1847, S. 110.
[12] Morwitz, Edward: American Dictionary of the German and English Languages, Philadelphia 1883, S. 399.
[13] Kohl, Johann Georg: Land und Leute der britischen Inseln. Beiträge zur Charakteristik Englands (3 Bände), Dresden und Leipzig 1844. 
[14] Kohl, Land und Leute Bd.3, S. 310f. 
[15] Schäfer, Gottfried Heinrich: Hochdeutsches Wörterbuch nach den Endsylben geordnet, Weißenfels und Leipzig 1800, S.252
[16] Ebenda, S.258.
[17] Ragocky, Carl Albert Constantin von: Der flotte Bursch, Leipzig 1831, S. 71. 
[18] Kaltschmidt,  Jacob Heinrich: A new and complete dictionary of the english and german languages, With two sketches of grammar, english and german, Leipzig 1837, S.324. 
[19] Ebenda. 
[20] Egan, Pierce: Boxiana, Or Sketches of Ancient and Modern Pugilism[...], Vol. II, London 1824, S. 16.
[21] Bartunek, Josef: Ratgeber für den Offizier zur Sicherung des Erfolges im Zweikampf mit dem Säbel, Esztergom 1904, S.46.

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